13. Hänge-Rotbuche

Deutscher Name:

Hänge-Rotbuche

Botanischer Name:  

Fagus,  lat. Fagus, Buche

Sylvatica, lat. Silvaticus, Wald, im Walde wachsend

Pendula, lat. Pendulus, hängend, auf Astwerk bezogen

Alternative Namen:

Trauer-Buche, Gemeine Buche

Fremdländische Namen:

European beech        

Familie:       

Buchengewächse (Fagaceae)

Standort im Park

N 51.43042°,  E 6.76886°

Etymologie:  

Buche:  Aus dem indogermanischen „buoghos“ entlehnt.

anord. „bök“, ahd. „buohha“, russ. „buk“, serbokroat. „bukva“

Standort:

Die Hänge-Rotbuche ist relativ anspruchslos gegenüber ihrer Bodenbeschaffenheit, bevorzugt aber frische bis feuchte, nahrhafte Böden mit einem gewissen Kalkgehalt. Sie gedeiht aber auch auf schwach sauren, nährstoffärmeren Böden.
Sie verträgt Schatten in einem großem Maße und ist winterhart bis -30° C.

Allerdings leidet sie sehr unter Staunässe und längeren Trockenheiten und reagiert mit Rindenschäden (Sonnenbrand) bei Freistellung älterer Stämme.

Eigenschaften:

Buchenasche allgemein enthält einen Anteil von Pottasche und wurde früher zur Laugenherstellung verwendet. Man übergoss die Asche mit lauwarmen Wasser und rührt sie um. Nach einigen Stunden siebte man die überstehende Flüssigkeit durch ein engmaschiges Tuch.

Das Ergebnis ist eine Scheuerlauge.

Dieser Vorgang war allerdings sehr zeitaufwendig und kraftraubend, weil die Waschlauge aufgekocht werden musste und erneut über die Asche geschüttet wurde bis diese völlig ausgelaugt war.

Dieser Prozess nahm eine Zeitspanne von bis zu 24 Stunden in Anspruch.


Die ausgelaugten Aschenreste wurden anschließend an der Sonne getrocknet und als Dünger aufs Feld gestreut.

Verbreitung:

Die Trauerform ist vor Allem in Deutschland und allgemein in Mitteleuropa stark vertreten.

Lebensraum:

Die Hänge-Rotbuche bietet einen Lebensraum für unterschiedliche Lebewesen.

Pflanzenfresser wie Phytophagen (Milben und Insekten) sind Haupt-Wirtspflanzen der Hänge-Rotbuche.

Viele Käfer und Holzbewohner weisen eine Bindung zu Bucheholz vor.

 

Biologie:

Wurzel:

Kräftig und weitreichend, an der Oberfläche stark ausgeprägt

Stamm:

Kurzstämmig, vollholzig, am Stammfuß mit Längskehlen.

Rinde/Borke:

Farblich graubraun, später glatte und silbergraue Borke

Astwerk:

Kaskadenförmig herabhängendes Astwerk

Wuchshöhe:

6-16m

Wuchsform:

Überhängend, schwachwüchsig

Blätter:

Die Blätter sind 5-10 cm lang, breit elliptisch bis oval, mit 5 bis 9 Nervenpaaren sowie am Rand leicht wellig. Die Blattstruktur ist anfangs seidig behaart, später auf der Oberseite dunkelgrün, glänzend und glatt, unterseits auf den Adern behaart.
Herbstfärbung leuchtend gelb bis rotbraun.

Blüte:

Merkmal sind männliche Blüten, in langstieligen, kugeligen Büscheln oder weiblichen Blütenstände. Diese sind allerdings nur 2-blütig.

Früchte:

Es wachsen immer zwei Nüsse (Bucheckern) in einer borstigen, waagerecht oder aufrecht stehenden Fruchthülle.

Alter:

Kann bis zu 300 Jahre alt werden, vereinzelt wurden sogar noch ältere Exemplare gefunden

Besonderheiten:

Schnittverträglichkeit
Die herabhängenden Äste sind schnittverträglich.

Es gibt unterschiedliche Arten des Schnitts der Baumkrone.

Verwendung:
Das Öl aus Bucheckern hatte in beiden Weltkriegen eine wirtschaftliche Bedeutung. Damals zogen die Menschen in die Wälder, um Bucheckern zur Ölgewinnung zu sammeln.

Kulturgeschichte:

Die Hänge-Rotbuche gehört neben der Blutbuche zu den bekanntesten Rotbuche-Arten.

Aufgrund Ihrer langen, teils senkrecht verlaufenden Äste, die bis auf den Boden reichen können, wirkt sie in voller Größe besonders malerisch.

Die Hänge-Rot-Buche gehört dadurch aber auch zu den bekanntesten Trauerformen von Laubgewächsen. Man zählt sie sogar zu der größten mitteleuropäischen Trauerform eines Baumes.

Jedoch ist die Trauerbuche mit ihrer Größe von maximal 16m nicht einer der größten Laubbäume, was sie durch ihr imposantes und einnehmendes Aussehen allerdings wieder gut macht.

Ethnobotanik:

Die Ästhetik der Trauerbuche hat etwas Mystisches. Nicht umsonst zählt sie zu den beliebtesten Bäumen auf Friedhöfen.

Literatur:

Die Trauerform wird in „Historische Gärten Österreichs – Bäume und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930“ von Eva Berger (bohlau Verlag) erwähnt, was auf seine Beliebtheit als exklusiver Baum hinweist.

Mythologie:

In alten Volkskalender entdeckt man teilweise noch Sprüche, in denen allgemein Buchen zur Wetterprognose benutzt wurden. Dazu schlug man der Buche an Allerheiligen einen Span ab:


„Steht im November noch das Buchenholz im Saft, so wird der Regen stärker als der Sonne Kraft.

Ist es aber starr und fest, sich große Kälte erwarten lässt.“
 

Quellen:

Mitchell, A.: Die Wald- und Parkbäume Europas; Verlag Paul Parey (o.J.)
Phillips, R.: Der große Kosmos-Naturführer Bäume; Kosmos-Verlag (o.J.)
Pirc, H.: Bäume von A - Z; Ulmer-Verlag (o.J.)
Roloff, A. & Bärtels, A.: Flora der Gehölze; Ulmer-Verlag(o.J.)
The Royal Horticultual Society: DuMont's große Pflanzen-Enzyklopädie (o.J.)

Baumschulen Gebr. Van den Berk B.V. (o. J.), in: Vdberk Baumschule: Südlicher Zürgelbaum
URL: http://www.vdberk.de (Stand: 27.06.2014 )

 

Joachim Mayer, Heinz-Werner Schwegler: Welcher Baum ist das; Kosmos Verlag  (o.J.)

Bruno P. Kremer: Die Bäume Mitteleuropas; Kosmos Verlag  (o.J.)

Roger Phillips: Der große Kosmos Naturführer-Bäume; Kosmos Verlag  (o.J.)