14. Riesenmammutbaum

Deutscher Name:

Riesenmammutbaum, Bergmammutbaum

Botanischer Name:

Sequoiadendron giganteum (Lindl.) Buchh.

Fremdländische Namen:

Engl.: giant sequoia

Synonyme:

Wellingtonia gigantea

Familie:

Zypressengewächse (Cupressaceae)

Verbreitung:

Sierra Nevada, Kalifornien

Standort im Park:

N 51.43052°, E 6.76814°

Etymologie:

Den Namen Sequoiadendron giganteum gaben ihm die Botaniker William Lobb und J.Matthew, die diese Gattung von Mammutbäumen 1852 entdeckt haben. Der Namensteil sequioa, der auch in anderen Mammutbaum-Gattungen vorkommt, ist nach dem Indianer Sequoyah benannt, der Anfang des 19. Jahrhunderts die Silbenschrift der Cherokee Indianer entwickelt hat. Die Bezeichnung giganteum, welche "riesig" bedeutet, bekamen sie dank der gigantischen Ausmaße, die diese Mammutbäume erreichen können. Ein früherer Name dieses Baumes wurde von dem Botaniker John Lindley geprägt. Er nannte den Baum Wellingtonia gigantea, welches dem Baum die erste wissenschaftliche Bezeichnung gab. Diese war jedoch nach dem botanischen Code nicht zulässig, da der Name Wellingtonia bereits vergeben war.

Einführung in Europa:

Mitte des 19. Jahrhunderts als Versuchsbaum für Forstkulturen eingeführt. Wurde danach aufgrund seiner imposanten Erscheinung in vielen Parkanlagen angepflanzt.

Lebensraum:

In einem 420 km langen Gürtel, der maximal 24 km breit ist, auf den Westhängen der Sierra Nevada, in Parks und Gärten als Pflanzungen.

Heimat:

Nordamerika, in einem kleinen, sehr zerklüfteten Areal. Dieses setzt sich aus vielen 1 bis 1600 Hektar großen Einzelpopulationen zusammen. Seit 1890 in verschiedenen Nationalparks unter Schutz stehend.

Verwendung:

Sie werden wegen ihrer robusten Beschaffenheit gerne als Parkbaum gepflanzt. Ihr Holz ist relativ leicht und weich, dabei dennoch termitenfest und sehr witterungsbeständig. Im Gegensatz zum verwandten Küstenmammutbaum ist dieses jedoch sehr spröde und eignet sich daher nur bedingt als Bauholz. Aufgrund der attraktiven, rotbraunen Farbe des Kernholzes als Möbel- und Ausstattungsholz sehr häufig verwendet.

 

Biologie:

Habitus:

In der Jugend breit pyramidal wachsend, mit einem bis in die Krone durchgehenden und Seitenästen bestückten Stamm. Im Alter säulenförmig, die unteren Seitenäste verlierend. Höhe bis zu 100 Meter.

Wurzel:

In der Jugendphase zunächst Ausbildung einer Pfahlwurzel, danach Herzwurzelsystem mit weitstreichenden, oberflächennahen Seitenwurzeln. Diese ragen nicht weit in den Boden herein, doch bilden sie in der Erde ein sehr stark ausgeprägtes Wurzelgeflecht, welches den gigantischen Baum stabilisiert.

Krone:

Alte Bäume haben unregelmäßig angeordnete Äste, im unteren Stammbereich fehlen Äste (bei mehr als Hundertjährigen bis gut 30 m über dem Boden), was den Feuerleitereffekt vermindert.

Borke:

Hellrotbraun, schwammig-längsrissig, in Streifen sich ablösend. An alten Exemplaren 30 bis 60 cm dick werdend, als Anpassung an Naturfeuer.

Blätter:

Die Nadeln (5 bis 8 mm lang) sind meist in drei Längsreihen spiralig am Trieb angeordnet und von schuppen- bis pfriemförmiger Gestalt.

Blütezeit:                                          

Von März bis April

Frucht:

Die Zapfen entwickeln sich an Triebenden und erreichen eine Größe von 5 bis 8 cm bei einer Dicke von 3 bis 4 cm.

Alter:

4000 bis 5000 Jahre

Besonderheiten:

Das Besondere an der Borke ist die dicke, schwammige Struktur mit hohem Wassergehalt, die sehr schlecht brennt und die Mammutbäume so vor Waldbränden schützen kann. Das Feuer nimmt bei seiner Fortpflanzung eine besondere Rolle ein. Durch das Feuer wird der Waldboden zwischen den Bäumen von herabgefallenem Laub, Nadeln etc. gereinigt und das licht- und nährstoffschluckende niedrige Unterholz wird vernichtet. Fällt Sequoia-Samen auf einen von Nadeln bedeckten Boden, kann er nach der Keimung mit seinen Wurzeln den Boden nicht erreichen und stirbt ab. Eine weitere Rolle übernimmt das Feuer auch bei der Öffnung der Sequoia-Zapfen, denn diese öffnen sich unter Hitzeeinwirkung und entlassen erst dann ihre Samen. Er ist frostbeständig und übersteht Minustemperaturen ohne Probleme, ist jedoch spätfrostgefährdet. Außerdem ist er weitestgehend frei von Pilz- und Schädlingsbefall. Die Riesenmammutbäume existierten schon vor ca. 15 Millionen Jahren in Europa, Asien und Nordamerika. Die Eiszeit zerstörte die europäischen Vorkommen, so dass sich vor rund sieben Millionen Jahren die Mammutbäume auf das jetzige Gebiet in Kalifornien zurückzogen. Es kann zu Allergien gegen seine Pollen kommen.

Kulturgeschichte:

Durch ihre gewaltigen Ausmaße wurden die Mammutbäume von den ansässigen Waldindianerstämmen als sogenannte Weltenbäume verehrt. Weltenbäume kann man auch in zahlreichen Kulturen zu den verschiedensten Bäumen finden, bei denen sehr alte Bäume heilig waren. Durch ihr hohes Alter überstehen die Bäume zahlreiche Menschengenerationen und sind so ein Zeichen des Lebens und der Welt. Sie verkörpern durch ihre Struktur, das heißt Wurzeln im Boden, der lange Stamm, der sich in die Höhe reckt und der Krone im Himmel, die Weltachse, also die Verbindung der Ebenen Unterwelt, Erde und Himmel. Außerdem wird er gerne als Metapher in christlichen Predigten verwendet, da sich sein dichtes Wurzelgeflecht als Glaubensgemeinschaft auslegen lässt, die dann gemeinsam wie der Stamm die Verbindung zum Himmel sucht. Das größte Exemplar ist der General Sherman Tree mit einer Höhe von 83,3 Meter und einem Stammvolumen von 1489 Kubikmetern. Damit ist er der größte (nicht höchste) Baum der Welt und somit das größte existierende Lebewesen.

Ethnobotanik:

Der Riesenmammutbaum wird teilweise auch homöopathisch in schamanistischen Bräuchen eingesetzt. Menschen können mit Hilfe einer „Seelenreise“ in Verbindung mit dem Baumgeist treten, um in einer spirituellen Transzendenz ihren eigenen Geist zu reinigen und Lebenskraft zu erlangen.

Quellen:

Earle, Christopher J. (2011), in: Umfangreiche Informationen zur Gattung/Art, URL: http://www.conifers.org (Stand: 20.05.2014).

Pawlita, Benedikt (2002), in: Des Schamanen Traum vom Mammutbaum, URL: http://www.provings.info (Stand: 20.05.2014).

 

Kreativinhalt:

Der König der Wälder

Von den Wäldern Kaliforniens
Bis nach Duisburg an den Rhein
Kam ein Gigant zu uns gewandert
In nur einem kleinen Keim
Er wird bis zu 100m hoch
Und an die 17m breit
Und ist er einmal in der Erde
Bleibt er dort 'ne Ewigkeit

Auch wenn mans nicht glauben mag
er ist aufs Feuer angewiesen
denn erst durch große Hitze
kann aus den Samen Neues sprießen.

Chorus:
Er ist der König der Wälder
Schaut auf alle herab
Denn er ist meistens viel älter
und das nicht zu knapp
Man kann in seinem innern zig Familien verstaun
Er ist eines Baumkundlers Traum
Der Riesenmammutbaum

Seine Rinde ist besonders,
sie wird 'n halben Meter dick
was den Angriff jedes Schädlings
direkt im Keim erstickt
Sie ist schwammig und speichert Wasser
drum ist das Feuer auch kein Feind
und dazu sorgt sie dafür,
dass er trotz Kälte noch gedeiht

Von Indianern wurde er verehrt
Was man an am Namen sieht
Sequoyah war ein Cherokee
Der die Sprache niederschrieb

Chorus:
Er ist der König der Wälder
Schaut auf alle herab
Denn er ist meistens viel älter
und das nicht zu knapp
Man kann in seinem innern nen ganzen Wohnkomplex bauen
Er ist eines Baumkundlers Traum
Der Riesenmammutbaum

Wenn damals nicht die Eiszeit wär
Dann wär er heut noch Europäer
Stattdessen musste man ihn importieren
Und seitdem kann er auch hier regieren
Als Riese der unsere Parks bewacht
Während die Krone in der Sonne lacht
Erhöht dieser Exot uns're Baumvielfalt
Und ist er mal nicht der größte im Wald
Gib ihm Zeit denn er wird mehrere tausend Jahre alt

Chorus:
Er ist der König der Wälder
Schaut auf alle herab
Denn er ist meistens viel älter
und das nicht zu knapp
Man kann in seinem innern zig Familien verstaun
Er ist eines Baumkundlers Traum
Der Riesenmammutbaum

Er ist der König der Wälder
Schaut auf alle herab
Denn er ist meistens viel älter
und das nicht zu knapp
Man kann in seinem innern zig Familien verstaun
Er ist eines Baumkundlers Traum
Der Riesenmammutbaum